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Pfälzer Mundart

Pfälzisch - Pfälzer Mundart Karte

Pfälzisch - Pfälzer Mundart

Der Pfälzer Dialekt ist, wie viele andere deutsche Dialekte auch, nicht ganz einheitlich. Statt dessen kann sich die Pfälzer Mundart von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf etwas unterscheiden und es gibt bestimmte Begriffe und Laute, die nur in einem räumlich eng begrenzten Raum, manchmal nur in einem einzigen bestimmten Dorf gesprochen werden und im Nachbardorf schon nicht mehr verwendet werden. Aber es gibt natürlich auch große Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten beim pfälzischen Dialekt und verstehen können sich alle Pfalz-Dialekt-Sprecher problemlos.


Wo wird überall pfälzisch gesprochen?

Pfälzisch sprechen die Menschen vor allem im ehemaligen Regierungsbezirk Unterpfalz. Aber auch in Teilen des Saarlandes (besonders in der Saarpfalz), in Teilen Baden-Württembergs (besonders in der Kurpfalz), im an das Saarland grenzenden Teil des Elsass, in den an die Unterpfalz grenzenden Teilen des Hundsrücks und in Teilen Hessens (besonders im Odenwald, an der hessische Bergstraße und in einigen Teilen von Rheinhessen) wird pfälzisch gesprochen. Der pfälzische Dialekt gehört zum westmitteldeutschen fränkischen Dialektbereich. Es gibt zwei generelle Unterarten, den west-pfälzischen und den ost-pfälzischen, auch als vorder-pfälzischen Dialekt bezeichneten.

Die Grenze zwischen diesen beiden Dialektbereichen liegt ungefähr auf der Linie der Landkreise Bad Dürkheim und Kaiserslautern. Aber auch außerhalb von Deutschland sprechen gar nicht einmal so wenige Menschen pfälzisch. Das kommt daher, dass es der Pfalz ab der Mitte des 18.Jahrhunderts wirtschaftlich sehr schlecht ging und aus diesem Grund rund 100 Jahre lang viele Menschen aus der Region ihr Glück in der Fremde suchten und deshalb nach Nordamerika auswanderten. Sie nahmen ihren Dialekt mit in die neue Heimat, besonders in die heutigen US-Staaten Ohio, Indiana und Pennsylvania und in die kanadische Provinz Ottawa und dort hat er sich über zehn Generationen hinweg teilweise bis heute erhalten. Geschätzt sprechen noch mehrere hunderttausend Menschen, besonders in den Gemeinden der Mennoniten und der Amish einen Dialekt, der dem pfälzischen sehr ähnlich ist. Insgesamt gibt es heute mehr als eine Million Menschen, die den Dialekt sprechen. Besonders in den ländlichen Räumen ist er weit verbreitet, in den größeren Städten eher nicht mehr.


Wie klingt pfälzisch eigentlich?

Pfälzisch ist so, wie die Leute hier sich selbst gern beschreiben, nämlich bodenständig, geradlinig und herzlich, offen und ehrlich aber auch ein wenig derb, deftig und ziemlich laut. So sind sie halt, die "Pälzer". Wer einmal bei einem der vielen Weinfeste und Kerwen des feierfreudigen Menschenschlages dabei war, der kann das bezeugen. Etliche Begriffe und Worte Worte des Dialektes haben ihren Ursprung in der französischen Sprache. Das kommt vor allem daher, dass vom späten 18. bis ins späte 19.Jahrhundert die Pfalz zum französischen Rechtsgebiet gehörte. Sie klingen aber längst nicht mehr so französisch-elegant sondern sind sozusagen eingedeutscht worden. So heißt zum Beispiel das Kochgeschirr in manchen Regionen "Mermidd" vom französischen Mermitte, oder das Federbett "Blimmoo" nach dem französischen Plumeau. Aber auch jüdische, lateinische und romanische Lehnwörter kommen vor, zum Beispiel das Wort "Zores" für Streit und das Wort "Kazuff" für Mezger. Ganz typische "pälzer Redensarten" ist das "a jo", was für "geht klar" steht und das alla guud, was hochdeutsch etwa mit "na dann" übersetzt werden könnte oder "alloo" vom französischen allons, für vorwärts.

Pfälzisch gehört mit Sicherheit nicht zu den beliebtesten deutschen Dialekten und er ist auch von Nicht-Pfälzern nicht leicht zu verstehen, aber er ist trotzdem interessant, hörenswert und liebenswert, wie die Leute die ihn sprechen. Deshalb ist es so empfehlenswert, die Pfalz zu besuchen und „Weck, Worscht un Woi“, also Wecken, Wurst und Wein zu probieren.

Ein pfälzisches Gedicht drückt es so aus:

"Hell unn piffig, uzig unn kniffig
Kän dag ohne Wertshaus, krakeelig bis dortnaus
Iwwer alles räsonniere, bei jedem Wort dischbediere,
unn dorschtig wie en Mälzer: des is a echter Pälzer".


Was sind die Merkmale des pfälzischen Dialekts?

Ganz typisch ist eine weiche Aussprache und Betonung. Das P und das T als so genannte harte Buchstaben, werden weich als B und D ausgesprochen, das ö, das ü, das eu und das äu kommen überhaupt nicht vor. Das g wird als ch gesprochen und das st wie sch. Beispiel dafür sind "Babbe" statt Pappe, "Deer" statt Tür, "deier" statt teuer, "Dach" statt Tag, "Meebel" statt Möbel, "Deitsch statt Deutsch, "Bischer" statt Bücher. Auch das ei gibt es auf pfälzisch nicht, das wird zum ää oder zum ee wie zum Beispiel "Schdää" für Stein, "Klääd für Kleid","Sääf" für Seife.

Außerdem wird sehr gern der letzte Konsonant und auch manchmal Konsonanten mitten im Wort verschluckt, weshalb "schee" statt schön, "klee" statt klein, "hann" statt haben, "Pann" statt Pfanne, "mied" anstatt müde und "bhalte" statt behalten gesprochen wird. Außerdem werden orale Vokale gerne durch nasale Vokale ersetzt, weshalb zum Beispiel aus einer Ampel eine "Ombl" wird.

Auch die "pälzische" Grammatik hat ihre Besonderheiten. So gibt es zum Beispiel bis auf wenige Ausnahmen kein grammatikalisches weibliches Geschlecht. Wird eine Frau namentlich erwähnt, ist sie "es Helga" oder "es Heidi". Die Nachnamen werden sehr oft dem Vornamen vorangestellt, zum Beispiel heißen die Damen dann "es Maiersch Helga" und "es Müller Heidi". Außerdem gibt es praktisch keinen Genitiv. Er wird mittels Hilfsworten einfach in den Dativ umgewandelt und der Satz: Helga Maiers Onkel ist Horst Schneiders Kollege, wird auf diese Weise zu "em Helga Maier sei Ungel is’m Schneider Horst sei Kolleech". Relativsätze werden vorzugsweise mit wo oder mit wu gebildet und mit dem Hilfsverb "tut" abgerundet. Statt "die Frau, die die Treppe kehrt", heißt es auf pälzisch: "es Frau wo die Drebb fesche tut" und statt "Kennst du den, der dort vorn läuft" sagt der Pfälzer: "Kennscht du den, wu do vorne laaft?".

Eine andere Besonderheit sind die unbetonten Pronomen. Im Pälzer Dialekt heißt es oft nicht wenn du meinst oder wenn du kommst, sondern "wann meensch" und "wann kumsch". Das sieht natürlich geschrieben alles sehr absonderlich aus, aber man muss bedenken, dass alle Dialekte im Grunde ja rein gesprochene Sprache sind und ihnen Elemente fehlen, die für eine Schriftsprache unverzichtbar sind. Zwar gibt es auch Pfälzer-Lyrik- und Prosa, sogar Pfälzer-Mundartdichter-Wettstreite aber der Umgang mit Mundart in Schriftform ist ziemlich umständlich und oft unfreiwillig und ungewollt humoristisch.




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